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Die Forelle D550
Als bekennender Schubert-Fan trug Franz Liszt in seinen Klavierrecitals gerne auch Transkriptionen von dessen Liedern vor. Von der „Forelle“ hatte er zunächst ein Arrangement von Stephen Heller im Repertoire, ließ es sich aber nicht nehmen, im Sommer 1844 eine eigene Bearbeitung zu verfassen. Als eine von „6 berühmten Melodien“ erschien sie kurz darauf auch gedruckt. Aber in bester Nachfolge Schuberts, der mehrere Versionen seiner „Forelle“ hinterließ, schuf auch Liszt später noch eine weitere Bearbeitung. So kennen wir heute zwei Fassungen: eine mit halsbrecherischen Passagen gespickte erste von 1844 und eine gleichfalls hochvirtuose, aber etwas (!) leichter ausführbare zweite, die 1846 in Wien und Paris erschien. Für die Henle-Urtextausgabe mit dem Fingersatz von Evgeny Kissin konnte unter anderem ein von Liszt mit Einträgen versehenes Handexemplar herangezogen werden. Die Ausgabe bietet beide Fassungen – und überlässt damit Ihnen die Qual der Wahl! für KlavierFassungen 1844/184628 SeitenschwerErscheinungsjahr 2026
Klaviersonate Nr. 23 f-moll op. 57 (Appassionata)
Der berühmte Beiname „Appassionata“ (Die Leidenschaftliche) für dieses Meisterwerk stammt zwar nicht aus Beethovens Feder, sondern wurde der Sonate von der Nachwelt verliehen, doch könnte er nicht passender gewählt sein. Beethovens Freund Ferdinand Ries berichtet von einem Spaziergang, bei dem Beethoven „den ganzen Weg über für sich gebrummt oder theilweise geheult“ habe, ohne bestimmte Noten zu singen, und auf die Nachfrage des Freundes geantwortet hatte „da ist mir ein Thema zum letzten Allegro der Sonate eingefallen“. Diese plastische Beschreibung des Ereignisses lässt bereits die Wildheit und Leidenschaft der ganzen Sonate vorausahnen! Die neue Urtextausgabe des G. Henle Verlags basiert auf dem - durch Wasser leider stark beschädigten - Autograph und der Originalausgabe, die 1807 in Wien erschien. Endlich ist auch dieses zentrale Werk in einer Neuedition durch die erfolgreiche Beethoven-Werkstatt von Norbert Gertsch und Murray Perahia erhältlich - wie gewohnt ausgestattet mit Fingersatz des großen Pianisten.für Klavier zu zwei Händenersetzt HN 5840 Seiten (VI+34 )schwer23,5 x 31,0 cm172 gErscheinungsjahr 2026
Reverie
Das vermutlich um 1890 entstandene Stück gehört zu einer ganzen Reihe von Jugendwerken Debussys, die zwar noch weit von den bahnbrechenden Klavierkompositionen der Reifezeit entfernt sind, aber bei aller Schlichtheit in Stimmführung und Harmonik eigene Akzente setzen, die auf Debussys spätere Klangsprache vorausweisen. Dass Debussy 1905 gegen eine Neuausgabe des erstmals 1895 erschienenen Stücks Einspruch erhob und es als „eine bedeutungslose Sache, schnell heruntergeschrieben, in einem Wort: schlecht“ bezeichnete, erscheint heute unverständlich. Handelt es sich hier doch um gediegene Salonmusik im besten Sinne des Wortes, mit melodischem Charme und elegantem Klaviersatz, der auch für Amateure zu meistern ist. Heute gehört „Rêverie“ zu den beliebtesten Klavierstücken aus Debussys Frühwerk – Grund genug, sie auch als Henle-Urtext-Einzelausgabe anzubieten! für Klaviermittelschwer9 SeitenErscheinungsjahr 2026
Romeo und Julia - 10 Stücke op.75
Die Auswahl von einzelnen Nummern oder Szenen aus großanlegten Bühnenwerken war schon immer ein probates Mittel, um Opern oder Schauspielmusiken einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. So stellte Prokofjew noch vor der Uraufführung seiner Ballettmusik zu Shakespeares „Romeo und Julia“ in Brünn 1938 zwei Orchestersuiten sowie eine Sammlung von zehn Klavierstücken zusammen. Die Klavierbearbeitung muss zwar auf den Farbenreichtum des originalen Orchesterklangs verzichten, entfaltet aber durch ihren kraftvollen Grundton einen ganz eigenen Sog. Dabei reicht die stilistische Bandbreite von sensiblen Kantilenen über impressionistisch anmutende Klangwogen bis zu grellen Akkordkaskaden. Eindrucksvolle Portraits und markante Szenen wie Romeos Abschied von Julia machen Shakespeares Dichtung lebendig, und die berühmte Nummer 6 „Die Montagues und Capulets“ darf natürlich nicht fehlen! Henle legt die erste Urtext-Edition der Stücke vor – fraglos eine willkommene Bereicherung der Prokofjew-Titel im blauen Umschlag. Die Fingersätze stammen von Julius Asal, der diesen Klavierzyklus in den Mittelpunkt seiner vielbeachteten Debut-Einspielung gestellt hat.für Klavier48 Seiten (VI+42 )mittelschwer-schwer23,5 x 31,0 cm201 gErscheinungsjahr 2026
Sämtliche Werke
für 2 Klaviere72 Seitenmit Fingersatzkartoniert31 x 24,3 cm
Klaviersonate g-Moll Hob. XVI:44
Haydns g-moll-Sonate stammt aus der Zeit zwischen dem Ende der 1760er und dem Beginn der 1770er Jahre, als der Komponist Fürstlicher Hofkapellmeister am Hof Esterházy war. Genauer lassen sich Zeitpunkt und Umstände der Entstehung nicht eingrenzen. Auch die Quellenlage ist nicht ideal: Weder ein Autograph noch eine autorisierte Erstausgabe sind bekannt, die Urtextausgabe stützt sich daher auf vier zeitgenössische Abschriften der Sonate. Offene Fragen wirft der Notentext dennoch nicht auf, und auch der Beliebtheit dieser zweisätzigen Sonate tun all diese Unsicherheiten keinen Abbruch. Auf den trotzig-melancholischen Kopfsatz folgt ein menuettartiges Allegro, das sich am Ende in freundliches Dur aufhellt und die Sonate somit heiter beschließt. Die Urtext-Einzelausgabe auf Grundlage der Haydn-Gesamtausgabe und der ergonomische Fingersatz von Claudius Tanski laden dazu ein, dieses Sonaten-Juwel neu zu entdecken.für Klaviermittelschwer14 SeitenErscheinungsjahr 2026